Digital Shamans

Zeitgenössische schamanische Kunst & KI

2023 - laufend

Digital Shamans Serie

Von der Erdschamanin im Unterholz bis zur Figur, die in einer türkisfarbenen Stadtschlucht ein Signal empfängt – keine dieser Figuren blickt den Betrachter an. Sie sind anderswo.

Intervention statt Esoterik In Krisenzeiten wächst der Markt für Spiritualität – oft eine reine Monetarisierung von Unsicherheit. Die Serie verweigert sich dieser kommerziellen Glätte. Die Figuren sind keine Illustrationen für Wellness-Suchende, sondern Positionen einer zeitgenössischen schamanischen Kunst: Heilung von Fragmentierung, Widerstand gegen algorithmische Vereinzelung und die Rückbindung an den einzigen bekannten Planeten, der Leben ermöglicht.

Der Kampf gegen den Median Generative Modelle tendieren statistisch zum Median: Sie produzieren normierte Körper und gefällige Oberflächen. Gegen diese Durchschnittlichkeit arbeite ich durch komplexes Prompting und den Upload eigener Werke an. Mich interessiert das Abweichende, das Gealterte, der Fehler im System. Gemalt habe ich nur, was etwas in mir auslöste. Die KI-Ergebnisse betrachte ich als Destillat eines digitalisierten kollektiven Bewusstseins. Dass dieses „Wissen" auf Millionen von Bildern basiert, die ohne Vergütung der Urheber:innen genutzt wurden, begreife ich nicht nur als technische Unzulänglichkeit, sondern auch als bewusste ökonomische Entscheidung der Tech-Konzerne.

Physisches Gewicht Die digitale Vorlage ist nur der Zünder, nicht das Werk. Im Malprozess übersetze ich die flüchtige KI-Vision in physische Substanz – Pinselduktus, Farbkörper, die Geste der Hand auf der Leinwand. Öl auf Leinwand ist langsam, beständig und sinnlich – ein haptischer Fakt, der bleibt, wenn der Bildschirm erlischt.