Earth Shamaness (2023)

Öl auf Leinwand

50 x 42 cm

Serie: Digital Shamans

Eine Schamanin in Trance. Der Kopf nach oben geneigt, die Augen halbgeschlossen — der Körper anwesend, das Bewusstsein anderswo. Aus ihrem Kopf wachsen Geweihe, Zeichen der tiefen Verbindung zwischen der menschlichen Figur und der lebendigen Welt um sie herum. Das umgebende Grün verschmilzt mit Haut und Gliedern: Sie ist eingebettet in die Natur, Teil von ihr, eine Vermittlerin zwischen der menschlichen Gemeinschaft und den ökologischen Kräften, von denen diese abhängt.

Weiße Gesichtsbemalung teilt die Züge — Schwellentechnologie, verbreitet in schamanischen Traditionen weltweit. Sie signalisiert, dass die alltägliche Identität aufgehoben und der Übergang geöffnet ist. Bänder und Schnüre an Oberarmen und Handgelenken: Der Körper wird gehalten, während die Schamanin reist. Das Wort seiðr, die Trancepraxis der nordischen völva, leitet sich vom proto-indoeuropäischen *seH2i- ab: binden.

Ausstellungshistorie 2025–26 — Magie und Ritual, Finalist:innen-Ausstellung, 13. Kunstpreis der Bernd und Gisela Rosenheim-Stiftung, Haus der Stadtgeschichte, Offenbach am Main